Das Rondell zieht mehrfach Schleifen

Ein Rondell ist ein Gedicht aus 8 Zeilen, von denen sich einige wiederholen. Durch die Rhythmik der Wiederholung entsteht die Poesie, reimen muss sich dazu nichts.

Ich finde es spannend zu sehen, wie sich das Rondell entwickelt, wenn ich erst einmal die erste Zeile habe. Zu Beginn weiß ich oft nicht, wohin meine Gedanken mich führen werden. Aber ich vertraue meinem Stift.

Und so geht’s

1. Zeile
2. Zeile
3. Zeile
4. Zeile ist gleich wie die 1. Zeile
5. Zeile
6. Zeile
7. Zeile ist wie die 1. Zeile
8. Zeile ist wie die 2. Zeile


Ideen brauchen Liebe und einen offenen Geist, 
um Neues zu schaffen. 
Mal mutig, mal ängstlich. 
Ideen brauchen Liebe und einen offenen Geist. 
Allein oder gemeinsam. 
Entscheidend ist nur: 
Ideen brauchen einen offenen Geist, 
um Neues zu schaffen.



Wenn ich an einem Rondell arbeite, kommt mir immer Erich Frieds „Es ist, was es ist“ in den Sinn. Ihr kennt es alle. Auch hier ist es die stete Wiederholung dieses einen so bedeutsamen Satzes, die mir dieses poetische Gefühl ins Herz legt.

Es ist Unsinn, sagt die Vernunft.
Es ist, was es ist, sagt die Liebe.

Es ist Unglück, sagt die Berechnung.
Es ist nichts als Schmerz, sagt die Angst.
Es ist aussichtslos, sagt die Einsicht.
Es ist, was es ist, sagt die Liebe.

Es ist lächerlich, sagt der Stolz.
Es ist leichtsinnig, sagt die Vorsicht.
Es ist unmöglich, sagt die Erfahrung.
Es ist, was es ist, sagt die Liebe.


Das ist das Schöne an der Poesie. Sie ist so viel freier in ihrer Form, als man uns in der Schule gesagt hat. Versuch’s einfach einmal und lass dich von dir selbst überraschen.

Autor: Susanne Senft

Mein Name ist Susanne Senft. Ich wohne in Wien und im Waldviertel, arbeite als PR-Beraterin und Schreibtrainerin, züchte Labrador Retriever und bin ehrenamtliche Mitarbeiterin von Wiens mobilem Kinderhospiz MOMO.

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