Tag der Spurensuche

Jänner Schreibchallenge Tag 4

Gewohnheiten entstehen nicht von heute auf morgen, sie entwickeln sich über Wochen und Monate, werden im Lauf der Zeit immer stärker und nehmen sich immer mehr Raum. Mit dem heutigen Schreibimpuls begeben wir uns auf eine Spurensuche.

Gewohnheiten sind wie ein schmaler Waldweg, der anfangs noch recht verwachsen ist, holprig und schwierig zu begehen. Bei jedem Spaziergang schieben wir ein paar Zweigerl am Wegrand zur Seite, treten wir ein paar Grashalme nieder und verdichten den Boden unter unseren Füßen.

Eines Tages ist dann dieser kleine Weg gut ausgetreten und leicht begehbar. Wir nützen ihn immer lieber, weil er bequem geworden ist.

Genauso ist es mit Gewohnheiten. Sie machen unseren Alltag einfacher und geben uns Sicherheit – auch wenn eine Gewohnheit auf lange Sicht vielleicht gar nicht so gut für uns ist.

Frau geht tief vermummt, im beigen Parka und mit roten Gamaschen durch tiefen Schnee



Aber dann, an einem besonderen Tag oder aus einem besonderen Anlass, erkennen wir, dass wir auf dem ausgetretenen Weg und mit der alten Gewohnheit nicht weiter kommen. Auf der Suche nach einer Alternative lohnt sich ein Blick zurück.

Wann sind wir das erste Mal auf diesem Weg gegangen? Was hat uns angezogen? Welche Erwartungen haben wir damit verknüpft? Sind sie wahr geworden?

Wahrscheinlich, sonst wären wir den gleichen Weg doch nicht wieder und wieder gegangen. Oder erkennen wir, dass der Weg falsch ist und sind nur zu träge, uns einen neuen zu suchen?

1. Schritt: Nimm das Bild von gestern wieder zur Hand. Sieh dir die Biographie deiner besonderen Gewohnheit noch einmal an, besonders in den drei Lebensphasen, die du markiert hast.

Gibt es Gemeinsamkeiten in diesen drei Lebensphasen? Ist die Gewohnheit von damals immer noch Teil deines Lebens oder hast du sie irgendwann aufgegeben? Möchtest du sie stärken oder durch eine neue ersetzen?
Nimm dir 10 Minuten Zeit, um über deine Erinnerungen zu schreiben.

Vergiss nicht den Timer zu stellen.
Wenn er klingelt, dann beende deinen Gedanken noch in aller Ruhe.


2. Schritt: Unterstreiche die Worte in deinem Text, die du mit einem Gefühl verbindest. Wähle schließlich das eine Gefühl aus, das du in Zukunft gerne öfter spüren möchtest.


3. Schritt: Diesem Gefühl schenkst du abschließend ein kurzes Schneeballgedicht, ein Gedicht in sieben Zeilen. Dieses Gefühl ist dein Ausgangswort, es steht im Mittelpunkt und du umhüllst es, wie es dir gefällt. Ein Schneeball kann leicht und locker sein, oder auch fest und schwer. Wie immer du ihn gestaltest, ist er richtig.

_____

  _____                            _____

 _____ Ausgangswort             _____

_____                            _____

_____

Wird verarbeitet …
Erledigt! Sie sind auf der Liste.

Autor: Susanne Senft

Mein Name ist Susanne Senft. Ich wohne in Wien und im Waldviertel, arbeite als PR-Beraterin und Schreibtrainerin, züchte Labrador Retriever und bin ehrenamtliche Mitarbeiterin von Wiens mobilem Kinderhospiz MOMO.

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: